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Kapitel 13 - Zurück zum Boteti und durch den Schlamm in der Nxai Pan

Von entspannten Tagen im schönen Boteti River Camp, selbst gemachten Busch-Pommes und Schlitterfahrten an der Nxai Pan und einer Löwensichtung des Lebens, viel Regen und ein bisschen Frust.



Dienstag, 4. Januar 2022

Crocodile Camp, Maun - Boteti River Camp, Khumaga

Schon früh sind wir wieder wach, aber Frühstück gibt es erst ab 7:30 Uhr. So chillen wir noch eine Runde auf dem Zimmer vorher, nach dem Essen packen wir und gehen zum Checkout. Dort gibt es dann noch ein wenig Gezeter, weil man sich zunächst weigert, die zweite Nacht, die wir nun nicht mehr benötigen, aber bereits vorausbezahlt haben, zurück zu erstatten. Ich muss etwas unnachgiebig sein und als die Mitarbeitenden an der Rezeption zwar einwilligen, soll plötzlich die Auszahlung nicht gehen, weil die Buchhaltung derzeit nicht arbeiten würde. Irgendwann klappt es dann doch, eine Kollegin vom Management taucht auf und pfeffert mir das Geld eine Spur zu demonstrativ in Bar auf den Tresen.


Vorräte auffüllen im Spar in Maun

Wir fahren in die Stadt und machen noch ein paar Besorgungen. Zuerst halten wir bei den Souvenirhändlern, die uns sofort wieder erkennen und sich riesig freuen, dass wir wieder bei ihnen vorbeikommen. Wir erstehen ein neues Tischtuch und einer der Händler fragt Beenie, ob er ihm seine Schuhe schenken würde oder wenigstens ein T-Shirt. Er gibt ihm dann eines, dass er noch gar nicht getragen und noch in seinem Gepäck hatte. Der Mann freut sich sehr und ist richtig gerührt, seine Augen glänzen sogar ein wenig. Wir kaufen noch ein Salatbesteck bei ihm und es ist ihm wichtig, uns einen guten Preis zu machen. Schon bei unserem ersten Halt hier hatten uns die Leute davon berichtet, dass ihr Geschäft wegen der Pandemie komplett zusammengebrochen sei und sie sehr darunter leiden. Man möchte am liebsten allen Helfen, aber das geht natürlich auch irgendwie nicht und drum ist es auch umso schöner, mit so einer kleinen Geste und einem offenen, ehrlichen Zugang zu diesen Menschen eine - wenn auch nur kurze - Verbindung herzustellen.


Anschliessend halten wir am zentralen Markt, wo ich noch Airtime für meine SIM-Karte nachkaufen will. Das dauert geschlagene 3⁄4 Stunden, weil ich einerseits nicht verstehe, wie das System genau funktioniert und welcher Laden für was genau zuständig ist und andererseits man zum Teil extra nicht oder nur sehr widerwillig bedient wird. Egal, am Ende klappt es und ich kann mein Guthaben wieder aufladen.


Die Fahrt nach Khumaga ist wieder sehr entspannt und schnell hinter uns gebracht. Das Camp dieses Mal scheint absolut leer zu sein, erst später kommen dann noch weitere Gäste an. Grace hat ein paar Tage frei, dafür ist Mish jetzt der zuständige Manager. Wir nehmen wieder die Campsite #5, richten uns ein und kochen Tomatensugo für das Abendessen vor.


Unsere gemütliche Campsite #5 im Boteti River Camp

Die Spaghetti Bolognese später wird saulecker, dazu gibt es einen Tomaten-Gurken-Salat.


Daten des Tages

Tageshöchsttemperatur: 34° C

Tageskilometer: 156,2 km


Mittwoch, 5. Januar 2022

Boteti River Camp, Khumaga

Wir stehen rechtzeitig auf, machen Kaffee und sind um 6 Uhr unten an der Fähre. Mish hat uns am Vorabend die Überfahrt bestellt bei den Fährmännern. Das klappt auch wunderbar und um 6:15 Uhr sind wir schon am anderen Ufer.


Am Gate zum Nationalpark ist weit und breit niemand, die Tür zum Büro ist verschlossen, es scheint, als sei gar niemand zum Dienst angetreten heute. Das Gatter selber ist aber auf und so fahren wir einfach mal rein, bezahlen können wir ja auch später bei der Rückfahrt.


Am wilden Ufer des Boteti

Wie beim letzten Mal tuckern wir gemütlich dem Ufer entlang, es ist aber bedeutend weniger los. Wir sehen zwar immer wieder Schlangenhalsvögel (African Darter), ansonsten aber sind sehr viel weniger Wasservögel zugegen.


Schlangenhalsvogel (African Darter)

Ein paar vereinzelten Impalas, einem oder zwei Schakalen, etwas weiter vorne einem einzelnen, beeindruckend grossen Elefantenbullen begegnen wir.



Beim Hippopool sind tatsächlich auch viele Hippos in und am Wasser und es gibt auch einige Action durch kleine Revierkämpfe. Zwei Elefantenbullen, die wir zuvor nicht im Blickwinkel haben, betreten auch noch die Szene.



Dann fahren wir noch etwas auf kreuz und quer auf einer Piste rum, ein paar Kilometer auch ins Landesinnere. Eine kleine Gruppe Elefanten treffen wir an, ansonsten aber bleibt es wenig ergiebig.

Kurz vor 9 Uhr sind wir zurück am Gate, dort ist jetzt eine Dame und sagt uns, wir sollen morgen wieder kommen zum Bezahlen, der zuständige Officer sei leider im Spital. Wir rufen den Fährmann an, welcher schon nach ein paar Minuten kommt. Irgendwie gefällt mir das.


Dann chillen wir den ganzen Tag auf der Campsite rum; Akkus laden, Fotos sichten und bearbeiten, News von der Arbeit (Firmenverkauf) mitbekommen, Lesen im Zelt, eine Partie Rommée spielen und so weiter und so fort. Später am Nachmittag kredenzen wir uns einen Rock Shandy auf dem Deck, danach gehe ich eine Runde von etwa 45 Minuten laufen bei drückender Wärme.


Währenddessen hat Beenie schon ein Feuer gemacht. Wir kochen uns ein Rüeblirisotto, Okra-Schoten im Feuer und sauleckere, butterzarte und saftige Rumpsteaks.



Daten des Tages

Tageshöchsttemperatur: 35° C Tageskilometer: 35,3 km


Donnerstag, 6. Januar 2022

Boteti River Camp, Khumaga

Wir machen einen faulen Pausentag im Camp. Schon gestern hatten wir entschieden, heute nicht in den Park zu fahren - es lohnt sich nicht für die kurze Strecke, die man auf und ab fahren kann, wenn eh so wenig los ist.


Es wird im Bett Kaffee getrunken, in unseren Büchern gelesen und irgendwann machen wir ein spätes Frühstück-Mittagessen mit Bohnen, Bratkartoffeln, Spiegelei und als Roastbeef geschnittenes Fleisch von gestern.


Ich frage Mish, den Manager, wegen Feuerholz und einer Möglichkeit, meine Haare zu rasieren. Einen Coiffeur gäbe es im Dorf wohl nicht wirklich und kurzerhand bieten sie mir an, ihre Maschine zu benutzen und Pat, ein Mitarbeiter, spielt anschliessend Friseur - in der offenen Werkstatt direkt neben der Autogrube.


Wir kommen mit Andrea und Ueli ins Gespräch, einem Neurentnerpaar aus der Schweiz, welche mit ihrem Landcruiser für vier Monate unterwegs sind, und am Nachmittag im Camp angekommen sind aus dem CKGR, und unterhalten uns eine ganze Weile sehr nett.


Dann machen wir Feuer, um später Brötchen zu backen. Währenddessen bereiten wir alles vor für unsere Hamburger und schneiden die Pommes. Es wird dann auch alles echt bombastisch, die Fritten schmecken einfach nur himmlisch:


Tipps aus der #safaribrothers Bush Kitchen: Kartoffeln ungeschält (man kann sie natürlich auch schälen) waschen, längs halbieren, dann Scheiben und anschliessend daraus dünne Stäbchen. Möglichst fein, damit sie nachher nicht zu lang frittiert werden müssen. Mindestens 30 Minuten im Essigwasser (alternativ: Zitronenwasser) einlegen, herausnehmen, trocken tupfen. Speiseöl in einem Topf heiss werden lassen (hält man eine Holzkelle rein und es fangen sich Bläschen an zu bilden am Holz, ist es heiss genug), Pommes portionenweise zuerst ca. 6 Minuten frittieren. Herausnehmen, abtropfen lassen, auf Haushaltpapier legen und am Schluss trocken tupfen. Etwas abkühlen lassen und anschliessend noch einmal etwa 2 - 3 Minuten, bis die Pommes schön goldbraun und aussen knusprig sind, frittieren. Wieder auf Haushaltpapier legen und Fett abtupfen, salzen, fertig.


Daten des Tages

Tageshöchsttemperatur: 32° C Tageskilometer: 0 km


Freitag, 7. Januar 2022

Boteti River Camp, Khumaga - South Camp, Nxai Pan National Park

Bis fast um 7 Uhr schlafen wir aus, lassen es ruhig angehen und bauen dann mal langsam ab. Wir palavern noch eine Weile mit anderen Camp-Nachbarn, ebenfalls Schweizer, welche seit drei Jahren in Rundu leben und dort für eine NGO arbeiten. Dann gehen wir auschecken und fahren um 9:10 Uhr los.


Zuerst geht es auf der Teerstrasse zurück nach Motopi, dann auf der A3 in Richtung Gweta durch Phuduhudu bis zum Nxai Pan Gate.


Die Landschaft hier ist sehr flach und ziemlich dick verbuscht, die Piste führt vom Gate weg nordwärts gut 35 km bis zum South Camp. Erst dort öffnet sich die Landschaft etwas zur namensgebenden Pfanne hin, das Camp ist am Südrand der Nxai Pan.


Das Wetter ist sehr bescheiden, schon den ganzen Tag ist es dicht bedeckt, schwere Regenwolken verdunkeln den Himmel. Zuerst kommt man am Office von Campsite-Betreiber Xomae vorbei, daneben scheinbar das Staff-Camp - dieses wirkt eher unsympathisch, verlottert und dreckig.


Die Campsite befindet sich ein paar Hundert Meter weiter östlich, wir haben die #8 zugeteilt bekommen. Wir sind sehr enttäuscht und frustriert, das gefällt uns überhaupt nicht hier. Es gibt keine Schattenbäume (okay, werden wir nicht wirklich benötigen...), es ist einfach ein liebloser Platz mitten im Busch, keine Aussicht auf gar nix und wir fragen uns schon sehr, warum man genau hier einen Campingplatz hinstellt.


Dann kochen wir uns etwas zum Essen, sind beide recht angesäuert, keifen uns noch kurz an, es ist dann aber schnell wieder gut.


Wir bauen mein Zelt auf und unsere Schweizer Nachbarn Andrea und Ueli treffen auch ein und nehmen sich die Nachbar-Site. Es beginnt leicht zu regnen, etwas später sogar regelrecht zu schütten.


Wir fahren gleich los zum Gamedrive, auch wenn es erst gegen 14:30 Uhr ist. Die Piste ist sehr schlammig, teil sogar ziemlich seifig geworden. Wir sehen nur wenig Tiere; ein paar Zebras, kleine Gruppe Giraffen, hin und wieder einen Steenbuck, bei den Kgama Kgama Pans ein paar Elefanten. Es ist alles sehr verbuscht und zugewachsen, irgendwie werden wir grad noch nicht so richtig warm hier.


Harlekinwachtel (Harlequin Quail)

Bei der Rückfahrt fahren wir noch kurz zum Tuck Shop und holen uns ein Kaltgetränk. Dann gehen wir zurück auf unsere Campsite und bereiten ein Beef Stew vor. Die beiden Schweizer tauchen erst gar nicht mehr auf, die sind wohl ebenfalls ziemlich frustriert gleich wieder abgezogen…


Schwarzmilan (Yellow-billed Kite)

Nach dem Essen kommt noch Beat, ein anderer Schweizer, der hier seit 1987 lebt und den wir zuvor schon im Boteti und in Maun getroffen hatten, auf einen Schwatz vorbei. Er scheint schon ein bisschen angetrunken und will nicht aufhören zu Labern, die Stimmung vermag er mit seinem Gejammer über die botswanische Regierung auch nicht grad zu heben.


Immer wieder setzt leichter Regen ein. Je nach dem - wir entscheiden morgen - werden wir hier auch nicht bleiben.


Kaum habe ich mich hingelegt, ist von weit her regelmässig Löwengebrüll zu hören.


Daten des Tages

Tageshöchsttemperatur: 27° C Tageskilometer: 192,1 km


Samstag, 8. Januar 2022

South Camp, Nxai Pan National Park

Vor Anbruch der Dämmerung hört Beenie einen ziemlichen Krach ganz in der Nähe des Camp, Zebras wiehern aufgeregt. Ich schlafe wie ein Stein, aber obwohl ich ihn mal kurz rausgehen gehört habe, bekomme ich nichts davon mit. Um 6 Uhr weckt er mich: «Steh auf, da sind glaube ich Löwen!»


Vom (umzäunten) Ablution aus sei er ein paar Schritte zur Piste hin schauen gegangen und knapp 200 m weiter lägen mehrere Löwen. Wir hüpfen schleunigst ins ins Auto und fahren rüber. Es sind 11 Löwen an einem Riss!



Einige haben schon fertig gegessen, andere sind noch länger dabei. Wir stehen ca. eine Stunde und beobachten gebannt. Einige Schakale nähern sich, insgesamt sind immer so 7 bis 10 an der Szene. Sie kommen bis auf wenige Meter ran, trauen sich aber trotzdem nicht ganz.



Giraffen tauchen auf, gucken immer konzentriert zu den Löwen hin, machen einen Bogen, aber laufen trotzdem noch recht nah und langsam beim Rudel vorbei.



Irgendwann müssen wir mal zur Toilette, was ja praktisch ist, weil das Camp gleich nebenan ist. Auf dem Weg dahin bemerken wir einen stattlichen Kuder etwa 150 m vom Rudel entfernt, wie er im Gras liegt und die 9 Damen und vermutlich 2 jungen Männchen intensiv beobachtet.



Wir kochen rasch noch einen Kaffee, dann fahren wir wieder hin. Das grosse Männchen hat sich ein paar Meter weiter nach vorne getraut und wieder hingelegt. Die anderen Löwen haben aufgehört mit Essen, die meisten liegen etwas entfernt, zwei oder drei noch wenige Meter neben dem Riss.



Zwei der Löwinnen schauen sehr konzentriert und fletschen mit den Zähen, Fauchen ein, zwei Mal. Sie werden immer angespannter, gehen ein paar Schritte auf den Kuder zu, dieser bewegt sich ebenfalls geduckt auf den Riss zu.



Nun springen die Löwinnen auf ihn zu, er duckt sich in das Gras und unterwirft sich zunächst. Doch dann plötzlich geht es los und drei Löwinnen prügeln auf das Männchen ein. Nach kurzem Kampf geben sie dann doch schnell auf und lassen ihn gewähren.



Die anderen des Rudels hatten sich ängstlich etwas zurückgezogen, schauen gebannt hin, dann trollen sich alle 11 etwas weiter weg, bleiben noch scheinbar unschlüssig stehen, gehen etwas in die Büsche, kommen nochmals raus, um dann nach einer Weile ganz zu verschwinden.



Der Kuder labt sich unterdessen mehr als eine Stunde lang am Rest des Risses - offenbar gibt es da schon auch noch was zu holen, aber man hört ständig das Nagen an den Knochen, wo er die restlichen Fleischfetzen abzieht.



Die Schakale lauern weiterhin auf Ihre Chancen, manchmal haben sie wohl den Eindruck, jetzt sei etwas zu machen und grummeln, schauen tief geduckt und nähern sich, nur um dann doch wieder aufzugeben und sich hinzulegen.



Wir bleiben lange stehen mit einem anderen Fahrzeug, einmal kommen sogar noch Angestellte auf ihrem Bakkie vorbei - wohl auch für sie nicht ganz alltäglich. Nach einer Weile wird dem Löwenmann das Treiben mit den nervenden Schakalen und den Geiern, die inzwischen auch angekommen sind, zu viel und er schleppt den Kadaver über die Piste in einen nahen Busch.



Wir wollen kurz zurück zu unserer Campsite, der Löwe schleppt den Kadaver aber weiter direkt über den Stellplatz neben unserem, dann auch direkt an unserem eigenen vorbei. Nach ein paar Minuten ist er im Dickicht verschwunden.




Wir drehen noch kurz eine Runde zum permanenten Wasserloch und wieder zurück, es gibt jetzt immer wieder kurze Regengüsse. Dann verziehen wir uns ins Zelt zum Lesen.


Später, gegen Mittag, bei einer kurzen Regenpause, machen wir einen Lunch. Da es aber bald wieder zu Tröpfeln beginnt, legen wir uns nochmals längere Zeit ins Zelt.


Kurz vor 16 Uhr machen wir uns parat für einen weiteren Gamedrive. Zuerst in Richtung Wasserloch im Wald, wo wir gestern die Elefanten gesehen hatten - wir vermuten, dass sich das Löwenrudel dorthin irgendwo zurückgezogen hat, um zu Ruhen und zu Trinken.


Tatsächlich, alle 11 liegen direkt an der Piste, vielleicht 200 - 300 m vom Riss heute Morgen entfernt.



Wir drehen dann um und machen die westliche Runde um die Pfanne. Es ist nicht allzu viel los, Zebras hie und da, einige wenige Gnus, zwei grössere Giraffengruppen, eine Elefantenherde mit 10 Tieren etwas weiter weg.


Eine grössere Herde Giraffen vor dramatischem Regenhimmel
Die weiten Grasebenen der Nxai Pan
Streifengnu
Dunkle Regenwolken türmen sich über der Pfanne
Blauwangenspint (Blue-cheecked Bee-eater)
Gabelracke (Lilac-breasted Roller)

Gegen Ende der Runde halten wir bei einem grossen, alten Baobab.



Dann fahren wir noch zum Wasserloch, wo aber absolut tote Hose ist.


Schaut auf dem Foto gar nicht so schlimm aus, aber auf diesen seifigen Pisten schlittert man ganz schön rum

Auf dem Rückweg schauen wir noch einmal bei den Löwen vorbei, welche nun direkt auf der Piste schlafen.



Einige sind zwischendurch wach, lecken ihr Fell, ändern ihre Position.


Eine der Löwinnen blinzelt in meine Linse
Die Sonne drückt kurz durch während eines der jungen Männchen auch mal drücken muss
Auch Grosskatzen sind sehr reinlich

Was für eine grandiose Begegnung!


Zurück im Camp machen wir ein grosses Feuer mit dem restlichen Brennholz. Es gibt Folienkartoffeln, Bohnen, Tomaten-Gurke-Salat und für mich noch ein ganz grossartiges T-Bone Steak.


Daten des Tages

Tageshöchsttemperatur: 27° C

Tageskilometer: 38,5 km


Sonntag, 9. Januar 2022

South Camp, Nxai Pan National Park - Thebe River Safaris, Kasane

Sobald wir wach werden, stehen wir auf und bauen ohne Hektik das Camp ab. Die Regenzeit ist doch ziemlich heftig ausgefallen, wir haben gestern Nachmittag definitiv entschieden, einen Tag früher rauszufahren - viel mehr Regen mag es nicht vertragen auf den Pisten. Der berüchtigte «Black Cotton Soil» wurde immer übler nach den gestrigen Regengüssen und weiterer Regen während unseres Aufenthalts würde es alles andere als besser machen und hier längere Zeit stecken zu bleiben, hätte auf einer so trostlosen Campsite nicht wirklich Spass gemacht.


Nicht falsch verstehen - die Gegend um die Nxai Pan ist super und bietet, wie man ja gesehen hat, auch spektakuläre Sichtungen. Durch den heftigen Regen und die dadurch immer rutschiger werdenden Pisten wären die Möglichkeiten für Gamedrives zu sehr eingeschränkt gewesen und deshalb hätten wir dann nicht die ganze Zeit auf der Campsite rumhängen wollen. Die dritte Nacht auf der Baine’s Baobab Campsite lassen wir sausen, denn dort draussen wollten wir erst recht nicht stecken bleiben. Aber so ist das eben in der Regenzeit - man muss flexibel und auch mal bereit sein, Pläne über den Haufen zu werfen.


Nach einer schnellen Schüssel Cornflakes machen wir uns auf den Weg. Wir tuckern über die Piste bis zum Parkausgang, tragen uns aus, dann geht es auf die Teerstrasse zuerst bis Gweta, wo wir volltanken. Kurz danach halten wir noch am Strassenrand und pumpen die Reifen selber auf mit dem Kompressor, da es an der Tanke - surprise, surprise! - keine funktionierende Pumpe gab.


Zwischen Gweta und Nata ist die Strasse ziemlich schlecht, es hat viele Schlaglöcher. In Nata biegen wir nordwärts, nun ist der Highway wieder perfekt. Man kommt super schnell vorwärts, nur zieht sich der Himmel immer weiter zu und ab etwa der halben Strecke fängt es an zu regnen, auf Höhe Pandamatenga schüttet es dann wie aus Kübeln.


Es geht vorbei an riesigen Getreidefeldern, dann kommt wieder eine Wildlife Zone. Auf dem ganzen Abschnitt zwischen Nata und Kasane / Kazungula zählen wir insgesamt 9 Elefanten-Sichtungen.


Kurz nach 14 Uhr sind wir schon in Kasane, wir halten direkt bei Nando’s und essen einen Happen. Danach fahren wir ins nahe Thebe River und checken ein für vier Nächte.


Die Zimmer sind einfach, es ist nichts Spezielles, inzwischen auch etwas abgewohnt, aber alles ist sauber und der Preis stimmt. Wir chillen eine Stunde, dann gehen wir mal zur Bar. Diese ist aber umgezogen seit unserem letzten Besuch vor ein paar Jahren und befindet sich jetzt an einem sinnlos scheinenden Ort mitten auf dem Gelände ohne Blick auf irgendwas, mehr so etwas wie ein gedeckter Hof - an sich schön gemacht, aber völlig unverständlich, warum man sie vom alten Ort am Pool und mit der schönen Sicht auf den Chobe an diesen hier verlegt.


Danach gehe ich noch eine Runde Laufen, es werden 50 Minuten und fast 10 km, teils durch Wildgebiet, wo mir dann doch ziemlich unwohl wird (die Laufstrecke habe ich mir rausgesucht auf der Sportlerplattform Strava, die Routenvorschläge anhand anderer Leute, die dort auch laufen, erstellt…). Ich sehe Warzenschweine, Impalas, einen Wasserbock, viele Vögel flattern davon und ich schrecke oft auf - bin voll auf Alarm und achtsam wie sonst nie beim Laufen, es geht dann aber alles gut.


Dann schnell-schnell duschen, zack ins Restaurant, wo wir eine Pizza bestellen. Die schliessen schon um 19:30 Uhr. Die Pizzas kommen aber erst dann. Die Leute sind aber echt locker drauf und nett und lassen uns noch in Ruhe aufessen.


Streckenabschnitt von Maun zum Boteti River Camp über die Nxai Pan nach Kasane ganz im Nordosten

Daten des Tages

Tageshöchsttemperatur: 24° C

Tageskilometer: 494,8 km


166 Ansichten2 Kommentare

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2 Comments


Andrea Conradi
Andrea Conradi
Apr 15, 2023

Es ist richtig schön, eure Reiseberichte zu lesen. Wir sind gerade in der Planung unserer Campsites für das nächste Jahr und es ist super schön mit euch in eine andere Welt zu reisen. Vielen Dank dafür 😊

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Sam
Sam
Apr 19, 2023
Replying to

Liebe Andrea Vielen Dank für deinen Kommentar! Schön, bist du immer noch so fleissig dabei. 😊 Bald schon kommt dann unsere Begegnung am Okavango dran! 😀 Liebe Grüsse

Sam

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